Ein Schlaf Gefangener - von Christopher Frey - Spieldauer ca. 80 Min.
Das poetische Drama „Ein Schlaf Gefangner" des Engländers Christropher Fry in der Übertragung von Hans Feist stellt ein Unternehmen besonderer Art zur Diskussion: anhand einer ebenso spannenden wie prägnanten theologischen Konzeption den Zuschauer mit der Frage nach seiner Glaubenskraft zu konfrontieren.
Der Hergang der Geschichte ist schnell erzählt: vier Soldaten sind gefangengenommen und in einer Kirche untergebracht worden; sie richten sich für die Nacht ein; in ihren Träumen, immer wieder vom Wachsein unterbrochen, werden sie zu den Gestalten jener vier Szenen aus dem Alten Testament, in denen es exemplarisch-entscheidend um den Glauben an die Existenz Gottes und des Guten geht - der erste Brudermord - der Tod Absaloms auf Befehl seines Vaters, des Königs David - Abrahams Opferbereitschaft - die drei Jünglinge im Feuerofen. In dem, der sie das alles aus sich herauszuspielen, heißt, finden die vier Soldaten den Mut, an Gott, an das Gute zu glauben; sie können zuversichtlicher den kommenden Anforderungen entgegensehen. Fry's Verdienst für das moderne Theater besteht wohl darin, dem Wort auf der Bühne wieder eine - aus christlicher Sicht (Einleitungsworte der Genesis) - kreative Stellung zugewiesen und damit den mit dem umgekehrten Vorzeichen versehenen Bestrebungen des absurden Theaters gewisse Grenzen aufgezeigt zu haben. Bei ihm steht wieder - oder noch - das Wort für eine psychische Verfassung, so dass sich vom Wort her Konflikte ergeben und gelöst werden können gemäß der wachsenden Einsicht, dass eine Ordnung zu ihrer inneren Entwicklung
der Störung bedarf.