DIE VEILCHEN - Eine Komödie in elf Bildern mit Chansons von Georges Schehadé
Georges Schehadé, ein französisch schreibender Dramatiker aus dem Libanon, ist auf deutschen Bühnen kein Unbekannter. Vor allem seit seiner "Geschichte von Vasco" genießt er als Poet unter den Avantgardisten internationalen Ruhm.
Während sich der Held im "Vasco" noch zwischen Heerhaufen mit konventionellen Waffen durchschlagen muss, wird man in den Veilchen mit der alles vernichtenden „Veilchen-Atombombe" konfrontiert. Die Handlung spielt in einer altmodischen Fremdenpension, deren Gäste friedlich ihren Marotten leben, der Hühnerzucht, der Bigotterie, dem Mammon.
In diese Welt tritt ein Atomphysiker mit teuflischen Absichten: in Veilchen entdeckte er Plutonium und nun experimentiert er mit dieser Blumengattung.
Die skurrile Gesellschaft der Welt - pardon, der Pension - gerät in den Sog des sogenannten Fortschritts, jedoch kurz vor der zu erwartenden Explosion macht sich der Forscher aus dem Staube. Schehadö hat versucht mit Spott und Witz diesem ernsten Thema heitere Seiten abzugewinnen, mit der Atomangst Scherz zu treiben.
Albert Schulze-Vellinghausen bescheinigte ihm in der FAZ: "Er wandelt dabei nicht ohne Kühnheit haarscharf am Abgrund der Blasphemie, der Albernheit und der Operette. Aber er lässt sich tragen und wird gerettet von einer naiven Skurrilität und einem dichten Instinkt für Sprache."
Schehadé bezieht sich auf ein französisches Sprichwort: "Lachen wir noch schnell darüber, ehe wir darüber weinen müssen."
mit: Mathias Wehlitz, Peter Konrad, Lutz Kleinholz, Eva Panné, Irmhild Steinbach, Isolde Jänkel, Dagobert Wacker, Gerhard Schmidt, Rudolf Rölleke, Günter Schlossarek, Bernt Dittmann, Klaus Richter, Günter Schlossarek
- Regie/Bühne: Willy Franken
Musik: Hans Kämmerling, arrangiert nach einer Musik von Dieter Schönbach
- Bühnenbild: Talay Toktamis